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Unfallflucht ist unfair

Bild Vorstellung Unfallflucht ist unfair
Unfallflucht ist unfair
Polizei Recklinghausen setzt neues Konzept um - Zeugenbriefkästen ein zentrales Element

Vor dem Hintergrund der landesweiten Aktion „Unfallflucht ist unfair“ und einem behördenweiten Anstieg setzt das Polizeipräsidium Recklinghausen ein neues, behördeneigenes Konzept zur Bekämpfung von Verkehrsunfallfluchten um.

 

„Offensichtlich hat die Bereitschaft, nach einem Unfall seine Beteiligung anzuzeigen, in den letzten Jahren bei vielen Menschen deutlich abgenommen. Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt - auch wenn „nur“ ein Sachschaden entstanden ist“, betonte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen anlässlich der Vorstellung des neuen Konzeptes.

 

Seit 2014 mit 3.448 angezeigten Verkehrsunfallfluchten haben die Straften bis zum Jahr 2017 (4.928) um über 40% zugenommen.

Auch in diesem Jahr zeichnet sich ein weiterer leichter Anstieg der Unfallfluchten ab.

 

Auch „Parkplatzrempler“ sind Straftaten gem. §142 StGB, wenn der Unfallbeteiligte flüchtet. Empfindliche Strafen, wie eine Geldstrafe, der Entzug der Fahrerlaubnis und im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe drohen den Tätern. Hinzu kommen zivilrechtliche Ansprüche des Geschädigten und der Verlust des eigenen Versicherungsschutzes..

 

Mit dem Konzept verfolgt die Polizei insbesondere zwei wesentliche Ziele:

Zum einen geht es um eine Verhaltensänderung bei Unfallverursachern.

Potenziellen Verursachern sollen die straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen verdeutlicht werden.

Zum anderen soll durch geeignete Maßnahmen das Entdeckungsrisiko erhöht und die Aufklärung der Straftat erleichtert werden, um so die Hemmschwelle zur Flucht zu erhöhen.

 

 Ein zentrales Element des neuen Konzeptes sind sogenannte „Zeugenbriefkästen“. Diese werden, zusammen mit öffentlichkeitswirksamen Plakaten, im Zuständigkeitsbereich der Polizei Recklinghausen zunächst an vier Örtlichkeiten aufgestellt.

Hier können Zeugen einer Unfallflucht unkompliziert und schnell einen Hinweis auf die flüchtige Person bzw. das flüchtige Fahrzeug hinterlegen.

 

Ein Tipp der Polizei:

Legen Sie sich einen Hinweiszettel ins Handschuhfach des Autos. So können Sie schnell und unkompliziert für die Polizei wichtige Informationen aufschreiben, wenn Sie eine Unfallflucht beobachten.

 

„Die beste Alternative bleibt aber der Hinweis über 110 an die Leitstelle der Polizei - auch bei einer Verkehrsunfallflucht. So können durch die Polizei sofort Fahndungsmaßnahmen nach dem Flüchtigen eingeleitet werden. 

Für diejenigen, die kein Handy zur Hand haben bzw. den Anruf bei der Polizei scheuen, bieten wir mit dem Zeugenbriefkasten und dem Hinweiszettel einen alternativen Weg an“, so Polizeidirektor Karl-Heinz Henn, verantwortlich für den Bereich der Direktion Verkehr beim Polizeipräsidium Recklinghausen.

 

„Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass nicht nur eine Straftat aufgeklärt wird, sondern dass auch der Geschädigte nicht auf seinem Schaden sitzen bleibt. Wenn das eigene Auto beschädigt wurde, wäre man froh, wenn sich ein Zeuge melden würde“, so Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

 

Bei den vier ausgewählten Örtlichkeiten handelt es sich um Parkplätze von größeren Geschäften bzw. Einkaufzentren in den Städten Recklinghausen, Marl, Castrop-Rauxel und Bottrop. Dort ist es in zurückliegender Zeit zu verhältnismäßig vielen Unfallfluchten gekommen.

Die Zusammenarbeit mit den vier Kooperationspartnern ist dabei ein erster wichtiger Schritt, die Zahl der Unfallfluchten zu reduzieren.

 

Neben der offensiven Öffentlichkeitsarbeit ist eine optimierte Spurensuche und -sicherung am Unfallort bzw. am Unfallfahrzeug ein zentrales Element des neuen Konzeptes. Gerade bei sogenannten „Parkplatzremplern“ sind Zeugenhinweise aber in der Regel entscheidend für eine Tatklärung.

 

 

„Besorgniserregend ist auch der Umstand, dass es immer mehr Unfallbeteiligte gibt, die sich nicht um verletzte Personen kümmern. Stattdessen flüchtet man von der Unfallstelle, in der Hoffnung, dass man nicht erwischt wird. Diesem Verhalten müssen und wollen wir noch konsequenter entgegen treten.“, betonte Friederike Zurhausen.

 

Verkehrsunfallfluchten mit Verletzten stiegen von 2014 (148) bis zum Jahr 2017 (187) um über 20 Prozent.

Die Aufklärungsquote betrug im letzten Jahr fast 70%. 

 

Die aktuell vier Zeugenbriefkästen stehen in folgenden Geschäften bzw. Einkaufszentren:

 

Recklinghausen - Palais Vest

Marl - Einkaufszentrum Marler Stern

Castrop-Rauxel - Realmarkt

Bottrop - Frischecenter 

 

Zum Download stehen Ihnen hier der Hinweiszettel und das Plakat zur Verfügung.

 

Foto v.l.n.r.: Herr Tönnies (Leiter Palais Vest), PD Henn (Leiter Direktion Verkehr), Polizeipräsidentin Frau Zurhausen, Herr Magnusson (Leiter Marler Stern)