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Verhaftungen nach Drogenfunden

Drogenfund
Verhaftungen nach Drogenfunden
Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Essen und der Polizei Recklinghausen zu Verhaftungen von "Logistikern" in Deutschland nach großen Rauschgiftsicherstellungen in Rumänien.

Am 22. November wurden vier bereits im Vorfeld erwirkte Untersuchungshaftbefehle vollstreckt. Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 38-jährigen Mann aus Gladbeck, zwei Männer aus dem rheinland-pfälzischen Speyer (22, 54), jeweils mit syrischer Staatsangehörigkeit, sowie einen 43-jährigen Mann aus Straubing (Bayern) mit algerischer Staatsangehörigkeit.

Am 22. November und in den frühen Morgenstunden des 23. November wurden außerdem mehrere Wohnungen in Nordrhein-Westfalen (5), Hessen (3), Rheinland-Pfalz (1) und Bayern (2) durchsucht und zwei weitere Männer (24, 34) aus Gladbeck und Darmstadt vorläufig festgenommen. Es konnten diverse digitale Datenträger, schriftliche Unterlagen und ein Tresor als Beweismittel/Einziehungsgegenstände sichergestellt werden.

"Außergewöhnlicher Ermittlungserfolg"

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen lobte den außergewöhnlichen Ermittlungserfolg der Behörden: „Die gute Zusammenarbeit von Polizei und Justiz – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus – war in diesem Ermittlungsverfahren ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.“

Sicherstellungen in Rumänien

Im April 2020 stellten die rumänischen Behörden im Hafen von Constanta 372 kg Amphetamin in Tablettenform sicher. Dabei ergaben sich erste Hinweise auf eine Tätergruppierung in Deutschland, die für die Abwicklung bzw. die Organisation des Drogentransportes verantwortlich gewesen sein soll, darunter der 38-Jährige aus Gladbeck. Dies führte zum Einsatz einer Ermittlungskommission bei dem Kommissariat für organisierte Kriminalität in Recklinghausen, die in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Essen umgehend die Ermittlungen aufnahm. Die Tatverdächtigen konnten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern ausgemacht werden.

Sie sollen einer Tätergruppe angehören, die den Transport von Drogen per Schiffscontainer organisiert haben; teilweise wurde aber auch die Herstellung von Drogen (Amphetamin) in Syrien mit aus China importierten Grundstoffen organisiert. Das Rauschgift wurde in Maschinenteilen oder "falschen" Kartonagen versteckt und dort auf Containern für den Seeweg verladen. Bestimmt waren die Drogen fast ausschließlich für den arabischen Raum. Zur Verschleierung der Transportroute wurden allerdings zunächst regelmäßig europäische Häfen, unter anderem in der Türkei, Rumänien, Spanien, Schweden oder Deutschland, angefahren.

In Zuge der Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf eine weitere Rauschgiftlieferung nach Constanta. Im August 2020 konnten die Beamten der Ermittlungskommission mit Hilfe der rumänischen Behörden dort etwa 750 kg Amphetamin in Tablettenform und 1.500 kg Haschisch sicherstellen.

Transport über Schweden

Zudem konnten Hinweise auf einen Kühlcontainer mit Kokain aus Südamerika gewonnen werden, für den die Gruppe logistisch ebenfalls verantwortlich gewesen sein soll. Die in den Seitenwänden versteckten Drogen, wobei es sich mindestens um 100 kg Kokain gehandelt haben soll, waren ursprünglich für Spanien bestimmt, wurden jedoch durch mehrere Häfen weiter transportiert. Schließlich wurde der Container im Hafen von Göteborg (Schweden) von Bord des Schiffes genommen und entladen. Die schwedischen Behörden konnten aber Anfang September 2020 nur noch den leeren Container mit aufgetrennten Seitenwänden feststellen.

Die in Constanta sichergestellten Drogen haben einen Schwarzmarktwert von schätzungsweise 130.000.000 Euro.

Den in Untersuchungshaft genommenen 38, 54 und 43 Jahre alten Männern wird mit den Haftbefehlen zur Last gelegt, von Deutschland aus die beiden in Constanta sichergestellten Lieferungen organisiert zu haben, den beiden 38 und 54 Jahre alten Beschuldigten außerdem die Lieferung des (nicht sichergestellten) Kokains nach Göteborg. Der 22-jährige soll Drogengeld gewaschen haben.

Darüber hinaus wird geprüft, ob die Beschuldigten als Drahtzieher für weitere Lieferungen in Frage kommen. Denn in den Jahren 2019 und 2020 konnten in Griechenland, Ägypten, den Arabischen Emiraten und der Ukraine weitere Container mit Drogen sichergestellt werden, für die dieselbe Tätergruppe in Frage kommt.

Sehr gute länderübergreifende Zusammenarbeit

An dem Ermittlungsverfahren waren bzw. sind viele Staaten beteiligt. Die bisherigen Ermittlungserfolge konnten auf Grund einer sehr guten polizeilichen und juristischen Zusammenarbeit zwischen allen Ländern erreicht werden.

Die Ermittlungen des Kommissariats zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität des Polizeipräsidiums Recklinghausen und der Staatsanwaltschaft Essen dauern an.

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