Für den Fahrer bzw. die Fahrerin gehen diese Unfälle in den meisten Fällen glimpflich aus – oft bleibt es bei Blechschäden. Für die Tiere enden solche Unfälle aber meistens tödlich. In einigen Fällen läuft ein Tier auch verletzt weiter. Auch deshalb müssen Wildunfälle immer gemeldet werden.
Um Wildunfälle zu vermeiden, sollte die Geschwindigkeit angepasst werden. Das gilt besonders auf Strecken, an denen das Schild „Wildwechsel“ aufgestellt ist. Dort ist vor allem in der Dämmerung damit zu rechnen, dass Wildtiere über die Fahrbahn laufen.
Was tun nach einem Wildunfall?
- Unfallstelle absichern
- Warnblinkanlage einschalten
- Warnweste anlegen und Warndreieck aufstellen
- Erste Hilfe leisten, falls nötig
- Überprüfen Sie, ob Personen verletzt wurden und alarmieren Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst (Tel. 112)
- Wildunfall melden
- Informieren Sie die Polizei (Tel. 110) – von dort wird der zuständige Jagdpächter benachrichtigt
- Polizei stellt Bescheinigung für die Versicherung aus
- Fassen Sie das Tier nicht an
- Verletzte Tiere können panisch reagieren und Sie verletzen
- Warten Sie auf die Polizei bzw. den zuständigen Jäger oder Förster
- Schaden dokumentieren
- Machen Sie möglichst Fotos vom Unfallort, dem Tier und den Fahrzeugschäden
- Notieren Sie sich mögliche Zeugen
Wie können Sie Wildunfälle vermeiden?
- Besondere Vorsicht in Wildwechselzonen (v.a. in der Dämmerung und nachts)
- Achten Sie auf Warnschilder mit Wildtiersymbolen
- Reduzieren Sie die Geschwindigkeit
- Bremsbereit fahren
- Wildtiere sind oft in Gruppen unterwegs – wenn eines die Straße überquert, folgen häufig weitere
- Vermeiden Sie abrupte Ausweichmanöver, da dies zu schweren Unfällen führen kann
- Wo es möglich ist, mit Fernlicht fahren, um frühzeitig die Tiere zu erkennen, die am Straßenrand stehen oder laufen (Die Augen der Wildtiere wirken wie Reflektoren und sind so gut erkennbar. Aber auch wenn das Wild stehen bleibt, ist nicht auszuschließen, dass es nicht doch noch im letzten Moment auf die Fahrbahn läuft.)
- Wenn ein Wildtier im Fernlicht entdeckt wird, am besten abbremsen, hupen und abblenden, um das Tier so zur Flucht zu bewegen.
- Nutzen Sie die Hupe, um Tiere zu verscheuchen
- Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, bremsen und Geschwindigkeit reduzieren – nicht versuchen, dem Tier auszuweichen. Das kann dazu führen, dass man in den Gegenverkehr gerät oder von der Fahrbahn abkommt.
- Achtung bei Nebel und nassen Straßen
- Schlechte Sicht und längere Bremswege erhöhen die Gefahr von Wildunfällen
- das Tier auf keinen Fall mitnehmen (Jagdwilderei)
- Motorradfahrer sollten besonders aufpassen! Ein Zusammenstoß zwischen Tier und Motorrad endet in den meisten Fällen mit einem Sturz des Motorradfahrers. Bei einer Kollision in Schräglage (z.B. in Kurven) ist ein Sturz fast unvermeidbar.
Fazit:
Wildunfälle lassen sich nicht immer vermeiden, aber mit angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit kann das Risiko deutlich gesenkt werden.
Sollte es dennoch zu einem Zusammenstoß kommen, bewahren Sie Ruhe. Die Polizei Recklinghausen steht Ihnen zur Seite und hilft bei der weiteren Abwicklung.